Monolokation

Auch wenn die modernen Kommunikationsmittel uns immer schneller immer größere Distanzen überwinden lassen. Auch wenn der technische Fortschritt mit atemberaubender Geschwindigkeit voranschreitet. Eines gelingt uns dennoch nicht: An zwei Orten gleichzeitig zu sein. Wir können unsere Stimme und unser Gesicht per Videochat nach Hongkong teleportieren. Wir können binnen 24 Stunden an nahezu jedem Ort dieser … Weiterlesen

Wer du bist

Manchmal ist es schwer, uns davon abzuhalten: Den Banker vom Geld zählen. Den Pfarrer vom Predigen. Die Hausfrau vom Kochen oder Bügeln. Den Lehrer vom Erklären. Und so weiter und so fort. Aber so schwer es uns fällt, so notwendig ist es auch: Denn wir sind mehr als das, was wir tun. Besser gesagt: Nur … Weiterlesen

Die Kunst, allein zu sein

Wenn ich gefragt würde, woran die Menschen um mich herum am meisten leiden, dann würde ich sagen: An ihrer Unfähigkeit, allein zu sein. Ich habe so viele unglückliche Paare erlebt, die einzig aus Angst vor dem Alleinsein zusammen geblieben sind. Ich habe Männer gesehen, die sich über jedes denkbare Mass der Erschöpfung hinaus in ihrem … Weiterlesen

Richtig aufräumen

Vor zwei Jahren hat über einen längeren Zeitraum hinweg ein Buch die Bestsellerliste der New York Times angeführt, das den verheißungssvollen Titel trägt: „Magic Cleaning – Wie richtiges Aufräumen ihr Leben verändert“ Ich persönlich bin ein großer Freund vom Aufräumen, Entrümpeln und Sortieren. Das Buch schien mir gut geeignet, um meine eigene Aufräumtechnik zu verfeinern; … Weiterlesen

Aufgebrochen

Bei einem Wochenendseminar sollte jede/r Teilnehmer/in seine derzeitige Lebenssituation in ein einziges Wort bringen. Auf meiner Karteikarte stand das Wort „Aufgebrochen“. Ich hatte nicht damit gerechnet, viele Rückmeldungen dazu zu bekommen. Umso mehr überraschten mich aber die Worte der anderen Kursteilnehmer/innen: Das höre sich nach Gewalt an, irgendwie „verletzt“ oder „beschädigt“ – und je länger … Weiterlesen

Gestaltete Zeit der Erwartung

Mit großem persönlichem Interesse habe ich heute, in einer stillen Stunde, die Ergebnisse des „Diözesanen Forums“ (oder sagen wir: das was von den Ergebnissen im Internet publiziert worden ist) zur Kenntnis genommen. Für alle Leser*innen, die sich jetzt fragen, was ein Diözesanes Forum ist: Dabei geht es um die Zukunftsperspektiven der Katholischen Kirche im Erzbistum … Weiterlesen

Von Sonntagsfahrern und Übergangsjacken

Klar regen mich Sonntagsfahrer auf. Der da vorne ganz besonders. Mann, geht das nicht schneller? Immer dieses Bremsen, schon hundert Meter vor der gelben Ampel. Könnte ja in den nächsten zehn Minuten rot werden. Und dann ständig das ruckelige Anfahren. Bestimmt irgendein Rentner, so einer mit Hut und mit beigefarbener Windjacke. Übergangsjacke nennt man die … Weiterlesen

Etwas anders machen

Wer in seinem Leben wirklich etwas verändern will, der muss zunächst einmal üben, Dinge anders zu machen. Nicht das „Was“ ist nämlich entscheidend, sondern das „Wie“. Die meisten Veränderungen werden dadurch blockiert, dass man glaubt, eine Veränderung würde eintreten, indem man andere Dinge macht. Zum Beispiel einen bestimmten Freundeskreis aufgibt, eine neue Arbeit oder ein … Weiterlesen

Keine Zeit verlieren

„Wir haben nicht viel zu verlieren. Wir verlieren höchstens Zeit.“ Das klingt harmlos. Ein paar Minuten, Stunden oder Tage vertrödeln. Noch mal ein Semester dran hängen. Wen juckt das schon? Ob ich heute oder morgen den angekündigten Besuch mache, das längst überfällige Gespräch führe, meine Sachen regele, und alles in Ordnung bringe? Wir haben doch … Weiterlesen

Heterophobie

Gestern, am 17. Mai, war der „Internationale Tag gegen Homophobie“. Also, ganz ehrlich gesagt: Diese Bezeichnung irritiert mich. Zunächst wegen der offensichtlichen Anleihe im psychologischen Krankheitsjargon. Wenn Homophobie eine Krankheit ist – wie Klaustrophobie (Angst vor geschlossenen Räumen), Agoraphobie (Platzangst) oder Arachnophobie (Angst vor Spinnen), dann macht es keinen Sinn, einen Tag dagegen auszurufen. Man … Weiterlesen